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Aufruf

Informelle Gruppe GENDA

Gegen die Verlegung der Ausstellungen „Sollen sie uns doch sehen“ und „Mein Leben – Meine Entscheidung“

Seit dem 17. Mai 2006 werden im Collegium Polonicum zwei Ausstellungen gezeigt: „Sollen sie uns doch sehen“ und „Mein Leben – Meine Entscheidung“. Die Ausstellungen wurden im Rahmen des Projektes Kulturelle Hegemonie und Geschlecht eroeffnet. Sie werden durch das Bundes ministe rium für Bildung und Forschung im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jahres finanziert. Vor ein paar Tagen hat ein Professor der Adam Mickiewicz-Universität Poznan einen Brief an den Rektor Prof. Stanislaw Lorenc geschrieben, in dem er gegen die „Werbung“ für Homosexualität an der Universität protestiert. Der Rektor entschied sich anfangs dazu, die Ausstellung gegen Homophobie „Sollen sie uns doch sehen“ abzuhängen. Nach der Intervention der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Prof. Dr. Gesine Schwan, wollte er beide (!) Ausstellungen in einen kleinen Raum auf dem Hof im Collegium Polonicum „Art in CP“ verlegen, der kaum Platz für eine der beiden Ausstellungen bietet. Die Verlegung der Ausstellungen sollte am Donnerstag, den 24. Mai stattfinden. Dies konnte nur dank der Anwesenheit der Vizepräsidentin der EUV, Janine Nuyken verhindert werden. Sie konnte einen Stopp der Umlegung bis Montag, den 29. Mai erreichen. Wie es weiter geht, bleibt offen. Wir sprechen uns entschieden gegen die Verlegung der Ausstellungen aus und fordern, dass die Ausstellungen bis zum planmässigen Abschluss am 30. Juni 2006 an ihren jetzigen Standorten hängen bleiben. Wir bitten um Eure Unterstützung. Bitte schickt das folgende Protestschreiben (oder auch einen eigenen Text) an die Adresse

Die Sache eilt! Lassen wir es nicht zu, dass die Ausstellungen aus dem öffentlichen Raum verschwinden.

Sehr geehrte Frau Präsidentin Schwan, Sehr geehrter Herr Rektor Lorenc, Sehr geehrter Herr Direktor Wojciechowski,

als TeilnehmerInnen des Workshops und BesucherInnen der Ausstellungen "Sollen sie uns doch sehen" und "Mein Leben - Meine Entscheidung", die mit dem Projekt "Kulturelle Hegemonie und Geschlecht" verbunden sind, sind wir verwundert und beunruhigt, dass die gezeigten Bilder irgendwelche Proteste und negative Reaktionen erzeugen können. Es sind 20 harmlose Bilder, auf denen nicht zu erkennen ist, welche Nationalität, welche Verwandschafts-, Intimitäts- und Bekanntschaftsgrad die fotografierten Personen haben. Die Bilder können nur dann verärgern und Wut erzeugen, wenn in den Köpfen der BetrachterInnen Ängste und Vorurteile herrschen, gegen die es andere Methoden gibt, als die Bekämpfung des Pluralismus, der Demokratie und der Freiheit in Wissenschaft und Kunst. Vorbehaltlos sprechen wir uns für die Wahrung dieser Freiheiten und der unteilbaren Menschenrechte aus und fordern darum, dass die Ausstellungen unangetastet bis Ende Juni am jetzigen Ort bleiben.