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Nowe Warpno / Neuwarp in unseren Erinnerungen (II)

Ewa Czerwiakowski / Ruth Henning

Alte, neue, fremde Heimat

Treffen ehemaliger und heutiger Bewohner dieses idyllisch gelegenen Ortes am Stettiner Haff Ausstellungen / Filmvorführung / Podium / Gespräche

Pfingstmontag, 5. Juni 2006

Vorprogramm:

Zentralfriedhof in Stettin

10.30 – 12.00: Besuch des Zentralfriedhofs in Szczecin/Stettin . Über den Friedhof führt Maciej Słomiński, Kunsthistoriker. Er ist Koautor eines Buchs über die Geschicke des Zentralfriedhofs im Laufe der Geschichte. Die Anlegung des Friedhofs (damals: Hauptfriedhof) wurde am 7. November 1899 beschlossen, die Bauarbeiten begannen im Februar 1900 unter Leitung des Architekten Wilhelm Meyer-Schwartau, die ersten Bestattungen erfolgten am 6. Dezember 1901. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf diesem Friedhof 3.000 sowjetische Soldaten und Zivilpersonen sowie 367 polnische Soldaten begraben. Es folgte noch 1945 ein polnisches Grabfeld, das heute den Namen Grabfeld der Stettiner Pioniere trägt. 1962 kam ein Grabfeld für Verstorbene jüdischen Glaubens hinzu und Ende der 60er Jahre ein Ehrengrabfeld. Die meisten alten Grabmale aus deutscher Zeit wurden nach 1945 vernichtet. Ende des 20. Jahrhunderts folgten eine Reihe von Ehrenmalen: Ehrenmal für die auf See Vermissten (1989), Katyń-Kreuz (1990), Ehrenmal für die nach Sibirien Deportierten (1994), für die Heimatarmee/Armia Krajowa (2004), für die KZ-Opfer (2004). Seit 1985 wird der Zentralfriedhof konservatorisch betreut, u.a. wurde das Grabmal des Architekten Meyer-Schwartau renoviert. Eingerichtet werden soll ein Lapidarium aus alten deutschen Grabsteinen.

Weiterfahrt nach Nowe Warpno.

Programm:

ab 13.30: Treffen in der Bar Argus. Gespräche und gemeinsames Mittagessen.

Kirche in Nowe Warpno: Offizielle Begrüßung und Eröffnung der Fotoausstellung „Spurensuche – Po śladach“ von Andrzej Łazowski über den Umgang mit deutschen Friedhöfen in Pommern, bzw. in der deutsch-polnischen Grenzregion.

Filmvorführung kurzer Dokumentarfilme von deutschen und polnischen Jugendlichen mit dem Titel „Ein Blick über den Fluss“. Während einer zweiwöchigen Videowerkstatt haben sie mit der Videokamera die Geschichte des anderen Ufers, die Geschichte der Nachbarn und ihrer eigenen Familien filmisch erzählt und versucht, den Verlust der Heimat zu thematisieren ( ebenfalls in der Kirche )

Nowe Warpno

16.00: II. Deutsch-Polnisches Podium „Unser Neuwarp / Nasze Nowe Warpno

Nachdem Pfingsten 2005 vor allem polnische Einwohner über ihren Weg aus ihrer Heimat nach Nowe Warpno berichteten (Maria Tomczak, Rościsław Równe, Anna Rożek-Lewandowska, Dominika Stramkowska, Henryk Wielgusiak und Zygmunt Kiraga), aber auch zwei deutsche Bewohner, die in Polen geblieben waren (Inge Stefaniak-Wróbel, Stettin), bzw. sich nach 1989 wieder dort angesiedelt haben (Uwe Conradt, Nowe Warpno), werden dieses Mal sechs ehemalige Neuwarper (Jürgen Dittmann, Hans-Georg Krüger, Hans-Georg Mahnke, Wilhelm Seeger, Rosa-Luise Menze, Waltraud Scheer, Helene Pump ) aus den Reihen der Heimatfreunde Neuwarps über ihr Leben am Stettiner Haff bis 1946, über Flucht und Vertreibung und über ihre Ankunft in Orten, die später zur neuen Heimat wurden, sprechen. Władysław Kiraga stellt den im letzten Jahr neugegründeten Verein „Erinnerung und Tradition / Pamięć i tradycja“ vor, der sich auch als Partner der Heimatfreunde Neuwarps versteht.

Neben der Ausstellung „Spurensuche – Po śladach“ werden in Nowe Warpno / Neuwarp noch zwei weitere Fotoausstellungen von Andrzej Łazowski zu sehen sein: Die am 1. Mai auf dem jährlich stattfindenden Grenzfest eröffnete Ausstellung „Nowe Warpno wczoraj i dziś / Neuwarp gestern und heute“ mit alten deutschen und polnischen Fotos aus Privatsammlungen. Geplant ist eine ständige Erweiterung dieser Ausstellung durch weitere, nach und nach zur Verfügung gestellte, Fotos ehemaliger und heutiger Bewohner . Diese Ausstellung befindet sich in der ehemaligen Markthalle an der Anlegestelle (Grenzübergang), die von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde.

In der Kirche stellt Andrzej Łazowski zeitgenössische Porträtfotos von Nowowarpianern aus der Reihe „Menschen aus dem Grenzgebiet“ vor.

Ankunft in Stettin

für Teilnehmer aus Berlin, Potsdam, Chojna, Gdańsk usw.mit dem PKW bis 9.30 Uhr
am Ośrodek Integracji Europejskiej in der Aleja Wojska Polskiego 164 (bewachter Parkplatz)
mit dem Zug um ca. 10:00 am Stettiner Hauptbahnhof , anschließend Abfahrt mit dem Bus zum Zentralfriedhof Stettin

Rückfahrt nach Stettin bzw. Altwarp

19:00 Uhr Abfahrt der Fähre Adler Schiffe nach Altwarp (die Fähre wurde extra bestellt)
19:00 Uhr Rückfahrt nach Stettin mit dem Bus
19:57 Uhr Rückfahrt mit dem Zug nach Berlin, Potsdam etc.

Projekt Spurensuche – Po śladach, Teilprojekt 2 im Rahmen von „Zivile Brücken / Mosty Społeczne” der Ausländerbeauftragten Brandenburgs, Almuth Berger, gefördert mit Mitteln der Europäischen Union.

Verantwortlich

Ewa Czerwiakowski / Ruth Henning, Potsdam: buero@dpg-brandenburg.de ; Tel. 0049-331-280 45 83, Fax: 280 45 84; Andrzej Kotula, Stettin: agatamik@poczta.onet.pl , Tel. 0048-603-70 50 26