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Was ist Heimat?

Spurensuche in der deutsch-polnischen Grenzregion – alte, neue, fremde Heimat
18./19. November 2006, Frankfurt (Oder) / Słubice (Collegium Polonicum)

Programm

 User Jorges (Georg Jähnig)

Samstag, 18. November

Deutsche und Polen 17 Jahre nach der Wende: Beschleunigung im Rückwärtsgang

10:30 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Almuth Berger, Ausländerbeauftragte (em.), „Zivile Brücken – Mosty społeczne“

11:00 Uhr Zur Geschichtspolitik der „vierten“ Republik Polen – Sieg des Vaterlandes über die Heimat?
Anna Wolff-Powęska, langjährige Direktorin (em.) des West-Instituts in Posen

11:45 Uhr Dietrich Schröder (MOZ, Frankfurt/O.), Jacek Lepiarz (PAP, Berlin) und Christian Semler (taz, Berlin) diskutieren mit Anna Wolff-Powęska über ihre Thesen und den Einfluss der Medien auf die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen.
Moderation: Bożena Chołuj, Collegium Polonicum

13:00 Uhr Mittagessen

Was ist Heimat? Betrachtungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Moderation: Ewa Czerwiakowska / Ruth Henning.

So sehr Heimat auf Orte bezogen ist, Geburts- und Kindheitsorte, Orte des Glücks, Orte, an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat – letztlich hat sie weder einen Ort noch ist sie einer. Heimat ist Nichtort, Heimat ist Utopie. Am intensivsten wird sie erlebt, wenn man weg ist und sie einem fehlt; das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh. Aber auch wenn man nicht weg ist, nährt sich das Heimatgefühl aus Fehlendem, aus dem, was nicht mehr oder auch noch nicht ist. (Bernhard Schlink, „Heimat als Utopie“)

14:00 Uhr Was ist Heimat?
Ina-Maria Greverus, Gründungsdirektorin (em.) des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

14:45 Uhr Wie sagt man „Heimat“ auf polnisch?
Zum Umgang mit dem vorgefundenen Kulturerbe in den West- und Nordgebieten Polens vor und nach der Wende von 1989
Bogdan Twardochleb, Kurier Szczeciński, Stettin

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr „Heimat ist dort, wo ich meine Kindheit verbracht habe.“
Christa Greuling, Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg

16:20 Uhr „...nur wer diese verloren, weiß das Verlorene zu schätzen“ (Adam Mickiewicz) – Heimat im Plural?
Piotr Franków, heute in Gorzów Wielkopolski, früher in Lemberg zuhause

16:40 Uhr Erfahrung und Realgeschichte. Beispiele aus den Erinnerungen Vertriebener
Alexander von Plato, Fernuniversität Hagen
Institut für Geschichte und Biographie

17:30 Uhr „Fremde Heimat Eberswalde – Zuwanderungen in Vergangenheit und Gegenwart“
Spurensuche als Mittel der Integration?
Marieta Böttger, Ausländerbeauftragte im Landkreis Barnim

18:00 Uhr Allgemeine Diskussion

19:00 Uhr Abendessen, anschließend geselliger Abend

Sonntag, 19. November

Erfahrungsaustausch Netzwerk Spurensuche

Moderation: Bogdan Twardochleb

09:30 Uhr Ehemalige und heutige Stadtbewohner: Gemeinsame Zugehörigkeit zum gleichen Ort?
750 Jahre Landsberg an der Warthe – Gorzów Wielkopolski
Tadeusz Jędrzejczak, Stadtpräsident in Gorzów Wielkopolski (angefragt)

09:50 Uhr Wer und warum begibt sich auf Spurensuche?
Andrzej Kotula, Verein Erinnerung und Tradition, Nowe Warpno (Neuwarp)
Karl-Heinz Schneider, Heimatkreis Weststernberg e.V. (Bernau)

10:30 Uhr Ein Leben als Pole in der (ehemaligen) Neumark
Zbigniew Czarnuch, Witnica (Vietz)
Robert Ryss, Chojna (Königsberg)

11:15 Uhr Kaffeepause

11:30 Uhr Jüdische Spuren in der deutsch-polnischen Grenzregion. Wer sucht sie?
Leontine Meijer, Amsterdam
Andrzej Kirmiel, Skwierzyna (Schwerin a.d. Warthe)

12:10 Uhr „Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit“ und „Kulturgemeinschaft Borussia“ – zwei unterschiedliche Konzepte vom Umgang mit Heimat
Elisabeth Ritter, Berlin

12:30 Uhr HeimatReise – Ihre persönliche Reisebegleitung, ein Projekt des Vereins Transkultura
Jacqueline Nießer / Stephan Felsberg, Frankfurt (Oder)

13:00 Uhr Allgemeine Diskussion
Fragestellungen: Haben die Aktivitäten der „Spurensucher“ die lokalen Gemeinschaften verändert oder sind diese isoliert geblieben? Mithilfe welcher Methoden kann man eine lokale Gemeinschaft mobilisieren? Wie kann man die „Enklaven des Friedens“ (Ursula Hasse-Dresing, BAG Landsberg) in der auf gegenseitigem Vertrauen basierenden deutsch-polnischen Zusammenarbeit an der gesellschaftlichen Basis gegen Nationalismus und Propagierung von Feindbildern verteidigen? Ist der Aufbau eines Netzwerks ein realistisches Ziel? Welche Formen der Kommunikation untereinander sind erwünscht, machbar und funktional?

14:00 Uhr Mittagessen

15:00 Uhr Ende der Konferenz