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Spurensuche: Die Oder wird uns verbinden

Ewa Czerwiakowska / Ruth Henning / Andrzej Kotula / Dietrich Schröde

Die Oder wird uns verbinden – Odra nas złączy

Am 18. Mai findet zum ersten Mal ein gemeinsames Treffen der ehemaligen Zelliner und heutigen Czeliner (nahe Mieszkowice/Bärwalde gelegen) in der dortigen Grundschule statt. Bisher haben sich die ehemaligen deutschen Einwohner einmal jährlich im Oderbruch getroffen und sind dann mit dem Bus hinüber nach Polen und wieder zurück gefahren. Der verantwortliche Betreuer des Heimatkreises hat von unseren Aktivitäten erfahren und um Unterstützung bei der eventuellen Organisierung eines gemeinsamen Treffens gebeten. Diese Aufgabe haben wir gern übernommen und konnten sie mit der Hilfe von Elvira Profé verwirklichen, die heute wieder in Mieszkowice/Bärwalde lebt, nachdem sie Fortunat Mackiewicz (ihre erste Liebe nach 1945) wiedergefunden und beide geheiratet haben. Erwartet werden insgesamt ca. 80 - 100 Personen. Das Programm dauert von 12 bis ca. 18 Uhr. Näheres finden Sie in der weiter unten angefügten Programmübersicht.

Am 28. Mai (Pfingstmontag) treffen sich die ehemaligen Neuwarper und die heutigen Nowe Warpno-er zum dritten Mal am Pfingstmontagnachmittag. Während des ersten Treffens haben vor allem die neu angesiedelten Polen über ihr Schicksal berichtet, das sie nach Nowe Warpno verschlagen hat und über ihren Verlust der Heimat im ehemaligen polnischen Osten. Beim zweiten Treffen waren es dann die ehemaligen deutschen Einwohner von Neuwarp, die über ihre Erlebnisse unmittelbar nach 1945, ihre erzwungene Ausreise und ihr heutiges Verhältnis zur alten bzw. neuen Heimat geprochen haben. Inzwischen ist dort eine Fotoausstellung mit privaten Fotos aus Nowe Warpno und Neuwarp entstanden, die durch heutige und ehemalige Einwohner ständig erweitert und immer wieder neu gezeigt wird, bis sie schließlich irgendwann als ständige Ausstellung in Nowe Warpno zu besichtigen sein wird. Während des ganzen Tages kann man die jetzt schon 4. erweiterte Fassung dieser dokumentarischen Fotoausstellung "Nowe Warpno/Neuwarp gestern" besichtigen (am Ort des ehemaligen Grenzbasars in der Nähe der Anlegestelle der Fähre, ul. Tadeusz Kosciuszki). Bei dem diesjährigen Treffen geht es deshalb zum ersten Mal um die Frage, ob und wenn ja welche gemeinsamen Projekte man in Angriff nehmen könnte. Um 12.30 Uhr gibt es ein gemeinsames Mittagessen in der Bar Argus und von 15 - 17 Uhr finden die Gespräche im Rathaussaal am Markt statt. Wenn alles klappt, wird am Pfingstmontag auch ein Buch über Nowe Warpno/Neuwarp (zweisprachig) präsentiert, das der Verlag Czas Przestrzeń Tożsamość herausgibt.

Programm

12:00 Ökumenischer Gottesdienst in der Czeliner Kirche mit Pfarrer Stawarz und Pastor Ritter, Hannover

13:30 Grundschule in Czelin
Begrüßung: Schuldirektorin Kazimiera Atroszko und Bürgermeister d. Gemeinde Mieszkowice Piotr Szymkiewicz; Gemeinsames Mittagessen

Gesang der Czeliner Schulkinder; Tanz der Zieliner Schulkinder; Ausstellung „Czelin/Zellin gestern und heute“ und multimediale Präsentation der archäologische Ausgrabungen, vorbereitet von Mateusz Karolak, Student in Posen

15:00 Gespräche der polnischen Neuansiedler und der ehemaligen deutschen Bewohner über ihre Schicksale und das heutige Verhältnis zur „Heimat“; Moderation: Ruth Henning und Ewa Czerwiakowski (Deutsch-Polnische Gesellschaft Brandenburg –Projekt „Spurensuche – alte, neue, fremde Heimat in der deutsch-polnischen Grenzregion“)

17:00 Gemeinsame Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen der Czeliner Frauen

18:00 Ende des Treffens