Tags for Bericht vom DPG-Bundeskongress 2014

Bericht vom DPG-Bundeskongress 2014

Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Dresden

walesa-dialogpreis-2014

Im Zeichen des 25jährigen Jubiläums des Mauerfalls fand Anfang November die Jahrestagung des DPG-Bundesverbandes statt. 220 Teilnehmer, darunter hochrangige Politiker wie der brandenburgische Ministerpräsident Woidke und die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süßmuth, Vorsitzende des Kuratoriums des DPG-Bundesverbandes, kamen im Sächsischen Landtag in Dresden zusammen, um am ersten Abend den Dialogpreis an den ehemaligen Solidarność-Vorsitzenden und späteren polnischen Präsidenten Lech Walęsa und den Interregionalen Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße zu verleihen. MP Woidke, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, betonte in seinem Grußwort erneut die Bedeutung des polnischen Spracherwerbs. Dieser sei für Kooperationskompetenz über die Grenze hinweg unerlässlich.

Im Plenum des nächsten Tages wurde die Frage erörtert, ob die friedliche Revolution von 1989 eine Erfolgsgeschichte ist. Bürgerrechtler aus Polen, Deutschland und der Ukraine berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen. Aber bei allen positiven Veränderungen überwog mit der Lage in der Ukraine und den derzeit geringen Aussichten auf eine Lösung des Konfliktes doch eine eher pessimistische Note.

Das zweite Plenum behandelte die Frage, wie Polen die nach dem Zweiten Weltkrieg „wiedergewonnenen Gebiete“ wahrnehme. Da gebe es deutliche Unterschiede bei den Aneignungsprozessen zwischen den größeren Städten, die schon immer auch eine polnische Komponente der Geschichte hatten (wie Danzig und Breslau) und dem flachen Land und kleinen Städten im Westen, so die Experten. Denn bei letzteren sei kein Rückgriff auf Kontinuitäten möglich.

dpgbundeskongress-2014

Von den fünf Arbeitsgruppen hatte die zum Thema Städtepartnerschaft die meisten Interessenten angezogen, und es gab einen angeregten Austausch von Erfahrungen. Mehrere DPGen sehen inzwischen in den Städtepartnerschaften ein besonderes Betätigungsfeld. Auch mir scheint es sinnvoll, Synergiegewinne durch eine Zusammenarbeit zwischen DPG und Städtepartnerschaften zu realisieren.

Frank Kupferschmidt, Potsdam